Gründung
Gründung des HJK am 03. November 1946
Gründungsmitglieder
Erste Vorsitzende |
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Dir. Dr. Ing. Alfons Distler |
03.11.1946 – 09.01.1957 |
Dr. med. Willy Hohn |
10.01.1957 – 09.10.1957 |
Wilhelm Narbe |
10.10.1957 – 12.03.1969 |
Richard Eidmann |
13.03.1969 – 12.06.1969 |
Hans Geißel |
09.10.1969 – 12.03.1980 |
Alfred Ruth |
13.03.1980 – 13.03.1997 |
Werner Schmidt |
13.03.1997 – 22.03.2007 |
Manfred Flikschuh |
22.03.2007 – bis heute |
Es begann in einer schweren Zeit
Die Geburtsstunde des Hanauer Jagdklub e. V. lag in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit, des Leids und unvorstellbarer materieller und seelischer Not. Nach dem Inferno des Zweiten Weltkrieges, dem Zusammenbruch aller staatlichen und gesellschaftlichen Ordnungen, der Tatsache eines besiegten und besetzten Landes, angesichts Trümmerlandschaften in den deutschen Städten, einer millionenfachen Flüchtlings- und Vertriebenenwelle aus dem Osten, galt jede Sorge in erster Linie dem Überleben und der Existenznot. Die Jagdreviere in unserem Raum, die im großen und ganzen noch intakt waren, litten unter dem wahllosen Abschuss durch Besatzungsangehörige. Die Jägerschaft musste - unter Androhung der Todesstrafe - ihre Jagdwaffen abliefern. An Jagdschutz oder gar Jagdausübung war gar nicht zu denken.
Aber keine Not ist so groß, dass sie nicht den Keim der Hoffnung und Überwindung in sich birgt. Um wenigstens den Versuch zu unternehmen, der wahllosen Dezimierung der Wildbestände jeder Art entgegen zutreten, mussten so rasch wie möglich Jägerorganisationen ins Leben gerufen werden und Verhandlungen mit der Besatzungsmacht aufgenommen werden. Bereits am 20. Juli 1945 (10 Wochen nach der Kapitulation) fand die erste Sitzung mit einem amerikanischen Offizier statt. Die Verhandlungen waren alles andere als ein Vergnügen und ist sicher für uns über 50 Jahre nach Kriegsende kaum zu erahnen. Die Bedingung der Amerikaner, es dürfen nur solche Jäger in einen Verein aufgenommen werden, die den politischen Reinigungsprozess durch die Spruchkammern hinter sich hätten, hemmte weitgehend die Anmeldemöglichkeiten zum Zusammenschluss. So kam es, dass in der Versammlung vor der geplanten Vereinsgründung am Hubertustag, welche noch am 01.11.1946 abgehalten wurde, sich nur 16 eintrittsberechtigte Jäger meldeten. Der Optimismus siegte! Nach vorher eingeholter, notwendiger Erlaubnis von der Ortskommandantur aus Abhaltung einer Versammlung mit dem Ziel, die Gründung eines Jagdvereines vorzunehmen, trafen sich am 03.11.1946 (Hubertustag) “Männer der ersten Stunde” im Gasthaus “Zum Hopfengarten” in Hanau Kesselstadt, um den Hanauer Jagdklub aus der Taufe zu heben. Eine wahrhaft historische Stunde für die Jägerschaft im Raum Hanau.
Die Bemühungen des Landesjagdverbandes in den Verhandlungen mit den Amerikanern machte sich immer mehr bemerkbar. Ab Spätsommer 1948 wurden deutsche Pächter und Jäger zu Gemeinschaftsjagden, insbesondere mit amerikanischen Offizieren zugelassen und eingeladen. Für die Dauer der Jagd wurden sie mit deutschen Militärkarabinern und Munition ausgestattet. Man war der Gnade wohlgesonnener Besatzungsoffiziere abhängig. In den drei westlichen Besatzungszonen zeichneten sich allmählich Strukturen einer demokratischen Regierungsform ab. Durch die Änderung der politischen Lage verbesserte sich das Verhältnis der Besatzungsmacht zur Jägerschaft. Als dann im November 1950 eine neue Jagdwaffenordnung den Waffenkauf wieder erlaubte, konnte ab diesem Zeitpunkt von einer Wiedergewinnung der Jägerschaft gesprochen werden. Wie durch ein Wunder besaßen plötzlich Tausende von Jägern wieder Jagdgewehre, welche ihren nahezu sechsjährigen Winterschlaf gut überstanden hatten. Ohne den selbstlosen Einsatz unserer Gründungsmitglieder wäre manche Schwierigkeit nicht zu überwinden gewesen. Ihnen gilt unser Dank!
Am 01. April 1953 trat das neue Bundesjagdgesetz in Kraft. Mit Stand 01.06.1955 hatte der HJK eine Mitgliederzahl von 116 Jägern und Jägerinnen. Am 16.06.1962 wurde der Schießstand eingeweiht, über hundert Mitglieder waren anwesend, 72 haben sich am Eröffnungsschießen beteiligt.
Die 1958 gegründete Bläsergruppe unter der Leitung von Frido Herbert wurde durch eine Stammgruppe, die sich durch ständiges Üben ein beachtliches Niveau erwarb, zur festen Einrichtung des Klubs – und ist es bis heute geblieben.
Ab 1960 kam es zur Bildung einer Hundegruppe und Abhaltung von Abrichte- und Führungslehrgängen. Hier haben sich die Wg‘s Schönbusch und G. Weber große Verdienste erworben.
Das neu geregelte Betretungsrecht des Waldes öffnete die Natur für Freizeitaktivitäten. Die Jagd geriet zusehends in die öffentliche Kritik. Es mehrten sich Probleme um die Jagd, angefangen vom totalen Greifvogelschutz über Lärmbelästigung durch den Schießstand, bis hin zum Rückgang einzelner Niederwildarten, eine intensive Landwirtschaft und zunehmende Umweltbelastungen. Dies veranlasste den Vorstand des HJK 1974 einen Presseobmann zu berufen, was eine vorausschauende Entscheidung war. Neben der Pressearbeit wurden zahlreiche Veranstaltungen genutzt, das Wirken der Jäger darzustellen. Wirksam sind z.B. Lehrwanderungen mit Schulklassen oder Vereinsgruppen vor Ort. Weit über die Grenzen Hanaus hinaus genießen die sogenannten Hanauer Pressegespräche mit Redakteuren der Regionalpresse, zu denen meist ein hochqualifizierter Referent eingeladen wird Anerkennung. Noch unerwähnt bleiben darf die wirksame Werbung für die Jagd durch die zahlreichen Auftritte der Bläsergruppe bei den mannigfachsten Anlässen. Im Jahre 1977 entschloss sich der Vorstand, nach längerer Vorbereitungszeit regelmäßig im Abstand von 3 Monaten Klubmitteilungen herauszugeben. Sie sind zu einem wichtigen Bindeglied für die große Vereinsfamilie geworden. Ab 1980 wurde die Revierpächterversammlung eingeführt. Hier werden hochaktuelle Themen behandelt, meist in Vorträgen oder Podiumsdiskussionen.
Durch den Beitritt des HJK zur „Hessischen Naturlandstiftung e.V.“ und zur „Naturlandstiftung des MKK e.V.“ gab die Jägerschaft erneut zu erkennen, dass sie die Zeichen der Zeit (Rückgang von Niederwildarten) verstanden hat. Nur in der Verbesserung des Lebensraumes kann unserem Wild geholfen werden. Hier steht die Jägerschaft mit verschiedenen anderen Naturschutzorganisationen in einer Front! Gesteigert hat sich in beispielhafter Weise der Einsatz nahezu aller Revierinhaber im Bereich der Biotoppflege. Mustergültige Feldholzinseln, Wildäcker, Deckungs- und Äsungsverbesserungen.
„Charmer Modell“ – (Bekämpfung der Wildunfälle) Durch Wildunfallverkehrsschauen mit einschlägiger Behördenbeteiligung wurden vor Ort die Maßnahmen festgelegt (Wildschutzzaun, Reflektoren, Schilder, Duftzaun, Wildäcker u ä.) so das sich zwischenzeitlich eine beachtliche Reduzierung der Wildunfälle abzeichnet. Wir danken den Sponsoren ADAC ,der Firma Dunlop Reifenwerke und dem Initiator dieser erfolgreichen Aktion Gerhard Weber.
Der HJK heute
Der Hanauer Jagdklub zählt heute 430 Mitglieder und ist Mitglied im Landesjagdverband Hessen e.V.. Er steht in ständigem Kontakt mit den Abgeordneten, dem Landrat, der Kreisverwaltung und den Städten und Gemeinden. Er hält den Kontakt zu den Partnerverbänden, arbeitet jagdpolitisch auf Landes- und Bundesebene mit und hält ständigen Kontakt mit den Medien. Der Hanauer Jagdklub trug so maßgeblich dazu bei, dass die Jagdsteuer im Altkreis Hanau abgeschafft wurde. Aktionen wie Hunde an die Leine - schützt unser Niederwild und die alljährliche Hegejagd auf den Fuchs finden bundesweit Anerkennung. Die erlegten Füchse werden veterinärmedizinisch auf Fuchsbandwurm und Wildtollwut untersucht. So tragen wir auch zu einer besseren und gezielteren Kontrolle dieser Krankheiten bei. Diese Aktionen werden von Presse und Öffentlichkeit immer aufmerksam und lobend begleitet.Die Hegeringe, sowie die einzelnen Abteilungen richten ein jährliches Wettschiessen aus. Hier wird die Jahresschiessnadel bei erforderlicher Ringzahl überreicht. Den Abschluss einer jeden Veranstaltung bildet das anschließende gemütliche Beisammensein mit Speis und Trank. Wir veranstalten neben den Klubabenden zur aktuellen Themen, ein jährliches Sommerfest. Die Festivität wird von Jagdhornsignalen und Märschen der Jagdhornbläser Abteilung untermalt. Es gibt Kaffe und Kuchen und allerlei Gegrilltes. Ein beliebter Treffpunkt für Jäger und Jagdfreunde. Hegeschau, Hubertusmesse oder Hubertusfeier bilden den alljährlichen Höhepunkt des Jahres. Hier werden verdiente Mitglieder geehrt. Die Jungjäger erhalten im feierlichem Rahmen ihren „Jägerschlag“.
Es ist schier unmöglich, in einer solchen Abhandlung die persönlichen Verdienste all jener zu erwähnen, die zur Geschichte und zum Ansehen des HJK durch ihre Arbeit und ihren Idealismus beigetragen haben. Ob es der ungenannte Helfer beim Ausschmücken eines Festsaales ist, unsere Jägerfrauen oder die Männer an der Vorstandsspitze, sie alle verdienen unseren aufrichtigen Dank.
Aus einer schweren Zeit heraus hat sich der Hanauer Jagdklub e.V. zu einer unverzichtbaren Interessenvertretung der Jägerschaft und zu einem Anwalt für die bedrängte Kreatur entwickelt!